Christ sein und Politik

Shownotes

In dieser Folge von Abends im Rathaus sprechen wir mit Carsten Albrecht über eine der zentralen Fragen unserer Zeit. Welche Rolle spielen christliche Werte heute noch in Gesellschaft und Politik Ausgehend von seiner persönlichen Entscheidung für den Glauben mit 18 Jahren sprechen wir über Haltung, Verantwortung und die Herausforderung, Werte in politisches Handeln zu übersetzen In dieser Folge erfährst du Warum sich Politik nicht direkt aus der Bibel ableiten lässt und Werte trotzdem eine entscheidende Rolle spielen Wie christliche Soziallehre unsere Gesellschaft bis heute prägt Warum Gemeinden ein wirksames Mittel gegen Einsamkeit sein können Welche Herausforderungen Kirchen aktuell haben Und weshalb gemeinschaftliche Werte für den gesellschaftlichen Zusammenhalt unverzichtbar sind Außerdem geht es um moralische Spannungsfelder zwischen Glauben und Realität, steigende Kirchenaustritte und die Rolle von Religion im politischen Diskurs Diese Folge richtet sich an alle, die sich fragen Brauchen wir heute noch Glauben als Fundament für unsere Gesellschaft

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00:00:00: Speaker: Liebe Leipziger, herzlich willkommen zu einer neuen Folge unseres Podcasts Abends im Rathaus. Heute ist mein geschätzter Kollege Carsten Albrecht bei mir. Carsten, was machst du eigentlich so bei uns? Also ich bin FachausschussVorsitzender Jugend, Schule und Demokratie. Ich sitze im Vergabeausschuss, ich bin religionspolitischer Sprecher. Ich bin schon eine Zeit lang im Stadtrat. Mir macht es Riesenspaß, weil du Projekte voranbringen kannst und Projekte zu machen. Das liegt mir. Ich bin ja freiberuflich Beratungsingenieur und mache Bau und Projektleitung. Und von daher ist das Thema Projekte für mich genau das Richtige. Jetzt wollen wir heute weniger darüber reden, was der du im Stadtrat an sich machst, denn du bist ja auch Stadtrat für den Leipziger Süden. Das ist ja jetzt nicht ein genuines CDU Pflaster, sondern an Ostern sollten wir natürlich darüber reden, dass wir ja auch immer noch die Fraktion mit dem Zeh im Namen sind. Und das sehen wir bei bestimmten Abstimmungen im Stadtrat. Aber das sehen wir natürlich auch, wenn wir beispielsweise zu einer Fraktionsklausur immer mit einer Andacht beginnen. Die ist ja dieses Thema besonders wichtig. Ja, das hängt damit zusammen, dass ich mit achtzehn Jahren Christ geworden bin aus einer eigenen Entscheidung heraus. Und dass dieses Christsein für mich auch eine klare Anregung dafür ist, in der CDU mich zu engagieren. Mir ging es in meinem Leben immer recht gut. Ich wollte mich einbringen politisch, und das mache ich jetzt als religionspolitischer Sprecher. Das hängt damit zusammen, dass ich bin ja Konfessionsverbindende verheiratet, habe dadurch also einen sehr guten Draht in die evangelische Kirche, wo ich herkomme, bin dort im Kirchenbezirks, in der Kirchenbezirks Synode, gehe aber mittlerweile sehr viel häufiger in den katholischen Gottesdienst mit meiner Frau in Sankt Bonifatius. Das gefällt mir sehr gut und habe einen sehr guten Draht aufbauen können zu unseren Landesrabbiner. Sie wissen ja, dass ich das Thema Abrahamitische Schule eines meiner Projekte vorangebracht habe. Und es läuft gerade sehr gut. Und deswegen, das sind so Dinge, die mir Spaß machen. Ja, das Thema Abrahamitische Schule war hat uns ja in der Tat auch auch lange befasst. Aber vielleicht wollen wir noch mal ein wenig besser zurück zum Ursprung auch kommen, wozu sich ja auch Ostern anbietet. Uns verbindet ja, ich bin auch mit achtzehn erst getauft worden, mit neunzehn, mit neunzehn, zwei tausend acht. Ja und? Das ist ja dann schon eine sehr bewusste Entscheidung, zumal ohne jetzt ein Geheimnis zu verraten. Aber als du achtzehn warst, gab es ja noch ein anderes System. Genau. Das war zu DDR Zeiten zutiefst DDR Zeiten. Das hängt aber nicht mit diesem System zusammen, dass ich Christ geworden bin, sondern einfach mit ein paar Erfahrungen, die ich gesammelt habe. Sehr positive Erfahrungen, die mich dazu geführt haben, mich mit diesem Thema Christsein, dieser Werte Auseinandersetzung zu stellen. Und dann also gesagt habe Ich gehe jetzt in die Gemeinde, wo ich niemanden kannte und habe dann angefangen, mich da zu rein zu leben und habe festgestellt, dass es viele, viele Vorteile gab, Christ zu sein. Das ist die Gemeinschaft, das ist das Thema, nicht alleine zu sein und und und und und War das hier in Leipzig, das war hier in Leipzig, in der Bethlehemgemeinde. Ah ja, Und da bist du auch heute noch. Nein, ich bin heute in Paul Gerhardt am Connewitzer Kreuz und wie gesagt, sehr häufig in Sankt Bonifatius. Als halber Katholik. Der Punkt ist ja, das, was hier ja auch immer ein Anliegen ist, ist ja dieses Christsein auch ein Stück weit in der Politik einzubringen. Und das teile ich natürlich. Die Frage ist ja immer, wie macht man das und an welchen Stellen kann man das machen? Gerade auf kommunalpolitischer Ebene? Ja, das ist. Also gehört zu der Auseinandersetzung dazu, warum ich in die CDU gegangen bin. Ich habe also viel in der christlichen Soziallehre gelesen, und da kommt also sehr klar raus Wenn man jetzt versucht, aus der Bibel heraus Politik zu machen, dann wird es schiefgehen. Und zwar sehr deutlich. Das haben manche versucht und sind in ganz schwierigen, ganz schwierigen Sackgassen gelandet. Unsere Religion ist eine Offenbarungsreligion und das bedeutet, dass sich ein Bibeltext dir anders offenbaren wird wie mir und Leute aus ganz anderen politischen Richtungen. Da werden die wir noch ganz andere Sachen rauslesen aus einem Bibeltext. Es wird also nicht möglich sein, aus einer, aus einem Bibeltext oder aus einer religiösen Haltung Politik abzuleiten. Was aber auf jeden Fall möglich ist, ist dieses Werte, diese Werte und dieses Wertesystem zu übernehmen und daraus Dinge abzuleiten, die politisch sinnvoll sind. Also die Verantwortung für sozial benachteiligte Leute im Abwägungsprozess mit dem Machbaren. Das ist so ein Punkt, der mir ganz wichtig ist. Und da wird auch klar, warum die CDU dann für mich Heimat ist. Das ist gut. Also ich sage mal so, was das Thema Auslegung betrifft, jetzt für mich als hundertProzentigen Katholiken. Wobei das ist ja eigentlich niemand. Aber da sage ich immer wieder, dafür haben wir ja Fachpersonal, was die Texte für uns auslegt. Aber ich verstehe, was du mit dem Thema Offenbarung auch meinst. Und das sieht man ja, finde ich an bestimmten Politikfeldern auch immer wieder. Wo, beispielsweise im Thema der Flüchtlingspolitik stellen sich ja auch gerne linke Parteien hin und halten uns vor das Ziel der christlichen Nächstenliebe. Und es muss doch jedem geholfen werden. Das sind aber dann dieselben, die beispielsweise beim Thema Schwangerschaftsabbruch ganz klar sagen Abtreibung soll auch bis zum neunten Monat möglich sein. Und das ist ja an sich nicht miteinander zu verbinden. Das ist jetzt. Wir sind jetzt hier nicht in einem religiösen Seminar, aber für mich ist das zumindest nur, sagen wir mal, nur sehr schwer zu begreifen, weil an sich ist ja auch der christliche Glaube keine. Man kann sich da nicht so ein Baustein rausnehmen, den man einmal gut findet und an anderer Stelle sieht man das wieder komplett diametral. Also das funktioniert auch nicht. Ja, das ist ja sowieso spannend. Jeder wird seine Schwerpunkte anders setzen. Und was auch klar wird, dass wir aus den Predigten oder der Bibel oder sonst wie keine Schwerpunkte herauslesen können, sondern dass wir die selber setzen müssen. Und dazu hilft uns ein Stück weit die Einstellung, die wir zum Leben haben. Oder man könnte sagen der Heilige Geist, der weht, wo er will. Also damit wird klar, hier gibt es keine klar vorgegebene Linie, sondern hier gibt es immer nur ein Gefühl und einen Schwerpunkt, den jeder selbst setzt. Das ist ja die große Herausforderung, sowohl in den organisierten Kirchen als auch in einer Partei. Und ich bekomme das ein Stück weit mit. Meine Tochter geht ja in evangelischen Kindergarten und man kann schon sagen, dass die evangelischen Landeskirchen auch in gewisser Weise Behörden sind. Die Amtskirche, die sogenannte Amtskirche. Genau. Und du bist ja auch in den Gremien der Amtskirche sehr engagiert. Welche Erfahrungen machst du da? Also ich bin Mitglied in der Diakonie und wie gesagt in der Kirchenbezirks Synode. Und die Erfahrungen sind sehr, sehr unterschiedlich. Es geht immer dann gut voran, wenn man eine Idee hat oder ein Projekt hat. Da kann man dann sehr konkret über Dinge reden. Wenn es um die großen Sachen geht, dann spiegelt sich auch dort in der Amtskirche die Vielfalt wieder, von der ich gerade gesprochen habe. Das ist, glaube ich, in allen Konfessionen, die so etwas wie einen Klerus haben, wahrscheinlich durchaus. Die haben das alle miteinander gemein. Die entscheidende Frage ist ja an sich. Du hast ja völlig zu Recht gesagt die Bibel ersetzt nicht das Grundgesetz. Ja, das ist klar. Dennoch basiert ja unsere Werteordnung sehr stark auf dem christlichen Vermächtnis. Unsere soziale Marktwirtschaft ist eine, ich sage mal so eine konsequente Weiterentwicklung der christlichen Soziallehre, dass niemand zurückgelassen wird, dass man ein breites soziales Netz spannt. Es ist völlig klar beispielsweise, dass Mord und Totschlag in unserer Gesellschaft verboten ist. Aber das ist zum Beispiel etwas mit der sich ja, mit dem sich ja beispielsweise viele Soldaten auseinandersetzen müssen. Das musste ich ja auch. Auf der einen Seite heißt es Du sollst nicht morden und auf der anderen Seite wird man aber dazu ausgebildet, den Gegner zu bekämpfen oder den Feind zu bekämpfen. Und das ist mit Sicherheit für viele auch eine schwere Gewissensfrage. Auch sicherlich jetzt mit der Wehrpflicht. Wobei man immer sagen muss, wir leben in einem Land, in dem man den Dienst an der Waffe verweigern kann aus Gewissensgründen. Das konnte man zu DDR Zeiten nicht. Oder nicht so einfach. Nicht so einfach habe ich einiges erlebt. Und ich finde, diese Auseinandersetzung prägt uns ja. Also das, was wir unter einem gewissen Wertekanon verstehen, dass man ganz allgemein zu formulieren. Aber in der Praxis trotzdem anders handeln müssen. Also diese Auseinandersetzung nimmt uns auch die Bibel nicht. Auch dort wird ganz klar von dem Feind gesprochen. Wer also dort einsteigt, wird nicht eine klare Haltung entwickeln können. Man wird wieder nur aus dem Werteempfinden, was man entwickelt, wenn man dort liest oder wenn man sich mit Predigten auseinandersetzt oder mit Christen redet, welches man dann selber entwickelt. Ich würde jetzt wieder sagen, da weht der Geist, wo er will. Wichtig ist, die Verantwortung vor dem Menschen zu zu bewahren und sich damit auseinanderzusetzen. Und hier spielt an der Stelle dann eine Rolle, was passiert, wenn ich angegriffen werde oder ein Familienmitglied. Wie gehe ich damit um? Und das kann man dann umsetzen, übersetzen in die Frage Wie gehe ich damit um, wenn unser Land angegriffen wird? Und da würde jeder seine Position beziehen müssen. Da wird dir niemand die Verantwortung nehmen können, ob du Christ bist oder nicht. Das ist, das ist völlig klar, wenn du jetzt mit Christen redest. Mein Eindruck ist in einer sehr stark individualisierten Gesellschaft, die sich auch immer weiter individualisiert, in der Milieus Gemeinschaften eher auf dem Rückzug sind. Und jetzt kann man das nicht komplett nebeneinanderstellen. Aber lass es Kirchgemeinden sein, lass es das normale Vereinswesen sein. Lass es in Norddeutschland so was wie Schützenvereine sein oder im Westen und Süden irgendwelche Faschingsvereine. Also das organisierte Leben von Gemeinschaft geht deutlich zurück. Aus Parteien wird ausgetreten. Es treten jedes Jahr wirklich Zehntausende aus den Kirchen aus. Gleichzeitig erleben ja Freikirchen enormen Zulauf. Wie ist da dein Eindruck? Was erwarten Christen in gewisser Weise? Ich kenne mich da auch in den Freikirchen relativ gut aus, weil ich da also eine Zeit lang auch in dem Bereich gearbeitet habe, wo ich mit denen zu tun hatte. Mein Empfinden heute ist man muss da sehr aufpassen, dass man dort nicht in engere Strukturen hineinkommt und hineinwächst, die ein Stück weit die Freiheit und die Auseinandersetzung, die man selber mit dem Thema hat, wegnimmt. Also da ist eine gewisse Gefahr im Raum. Da muss ich jede der Gemeinden damit auseinandersetzen, was ich erlebe, vor allen Dingen in den katholischen Gemeinden. Ich sage jetzt mal ein schönes Beispiel Nach dem Gottesdienst gibt es also Frühschoppen, da sind alle alle da. Da sind junge Frauen, da, da sind junge Menschen da. Da sind ganz junge Menschen da, die trinken kein Bier. Nicht, dass das falsch verstanden wird. Und da setzen wir uns mit der Predigt oder mit unseren Themen oder mit politischen Themen auseinander. Das macht richtig Spaß. Und wenn man also heute davon spricht, dass die Gesellschaft sich so individualisiert oder in Einsamkeit oder so verfällt. Wer in der Gemeinde geht, ist in dieser Gefahr nicht. Und das ist ein riesengroßer Vorteil, den man nutzen kann. Es kostet nämlich auch nicht wirklich Geld. Kirchensteuer kann man hin und her sprechen. Ich meine, es ist ja unabhängig davon, ob du dann in die Gemeinde gehst oder nicht. Dort hast du wirklich die Chance, dich zu integrieren in ganz viele verschiedene Angebote. Ob das ein Chor ist oder was auch immer. Und da sehe ich einen Riesenvorteil, der also auch die Gesellschaft tragen kann. Und das würde ich mir wünschen, dass der ein oder andere, der sagt ich bin hier einsam, was mache ich hier eigentlich? Dass er diese Chance nutzt. Wir hatten ja das Thema neulich im Stadtrat. Einsamkeit. Einsamkeit im Alter. Zumal ich auch sagen muss in den organisierten Kirchen, ich sage das jetzt mal so ganz allgemein Besteht nicht die Gefahr, dass jemand über den Tisch gezogen wird. Denn auch das gehört zur Wahrheit dazu. Es gibt auch auch unter Freikirchen sehr dubiose Angebote, die sich bewusst einsame und vereinsamte Menschen nehmen und die dann etwas drastisch formuliert ausnehmen. Ob das nun an Zeit ist, ob das an an Geld ist, das das ist natürlich eine Gefahr, die aber auch in anderen Bereichen existiert. Die kannst du auch. Das kannst du auch in einem Sportverein haben, im Sportverein. Die Leute, die da handeln oder auch bei einer Kaffeefahrt, das ist so! Aber grundsätzlich hast du vollkommen recht. Gemeinden fangen schon auch auf. Gemeinden leisten außerhalb von großen Städten immer noch einen wesentlichen Teil der Jugendarbeit. Gemeinden leisten oder die Kirche leistet über ihre Sozialwerke einen Großteil der. Sozialen Arbeit. Ob das Krankenhäuser, Altenheime, Kitas sind. Also das ist ja sehr, sehr breit aufgestellt und ich kann das nur so bestätigen. Also wenn man dann doch mal auch im Urlaub ist und in einen Gottesdienst geht, man ist nicht fremd. Also das geht bei uns Katholiken ja sogar noch ein bisschen besser. Sogar bei Fremdsprachen geht das auch, sogar bei Fremdsprachen. Man weiß schon ungefähr, wo man im Gottesdienst ist. Also ich war in Karlsbad in einem Gottesdienst, und da ich ja nun kein Tschechisch spreche, dachte ich mir so gut, du verstehst hier wirklich gar nichts. Aber dann so Vaterunser, Das könnte man dann zumindest sich sich erschließen. Oder auch in meinem Lieblingsurlaubsort in Piesport. Also man macht eine Wallfahrt mit und ist gleich Teil der großen Gemeinschaft und das ist schon was Tolles so erlebt. Da wird dann jüdisch gesprochen, Hebräisch und ja, du weißt immer im Gottesdienst, wo du bist und kannst dich trotzdem heimisch fühlen. Und das ist Ich fand das total cool. Ja, ja, das. Das ist in der Tat eine wichtige Aufgabe, die die Kirchen. Jetzt haben wir das Thema Kirchensteuer gesprochen. Ich glaube, das muss man wirklich sagen. Sobald die Menschen das erste Mal richtiges Geld verdienen und dann feststellen Mensch, das ist ja nicht wenig, was hier abgeht. Wobei das immer relativ ist. Aus meiner Sicht sieht man ja, dass dann so eine gewisse Welle an Kirchenaustritten immer kommt. Man muss natürlich auch sagen, beide Konfessionen haben auch große Herausforderungen. Also ich bringe das mal ein bisschen drastisch runter. Die katholische Kirche hat immer noch ein Riesenthema mit der Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs. Und die evangelischen Kirchen haben das riesige Thema, dass sie sich immer weiter in eine politische Richtung entwickeln und sagen wir mal, konservative Meinungen gar nicht mehr zulassen. Sehr verallgemeinert, aber ich glaube, das beschreibt auch ein bisschen die die Austrittswelle, die wir momentan haben. Was mir dabei nicht gefällt, ist, dass die anderen Aspekte, die die Christen mitbringen, also Auseinandersetzung mit Tod, Auseinandersetzung mit Schuld und Vergebung, die dir als Person in deiner Persönlichkeitsentwicklung wirklich etwas bringen können, dass die ausgeblendet werden, weil leider unsere Presse da jetzt gerade ihren Schwerpunkt setzt. Ich würde mir wünschen, dass wir in unserer Gesellschaft wieder mehr darüber diskutieren, wo die Vorteile liegen, Christ zu sein, dass wir einen, wenn man so will, fast schon missionarischen Auftrag übernehmen. Ich sage an der Stelle nicht Mission, weil dieser Begriff in einer gewissen Weise in Diskreditierungen gekommen ist. Ich sage, wir machen Werbung für unseren Lebensstil. Und Werbung ist nicht verboten. Das ist richtig. Es heißt ja nicht umsonst Die frohe Botschaft muss auch Verkündet werden und und vor allen Dingen auch verbreitet werden. Das ist vollkommen richtig Und ich sage mal so es ist die. Die Idee der Christdemokratie ist ja auch als eine Sammlungsbewegung bürgerlicher Kräfte mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Die Überwindung des konfessionellen Gegensatzes in der deutschen Parteienlandschaft ist aus meiner Sicht ein riesiger Gewinn auch für den Erfolg der Bundesrepublik. Und diese Idee eben keine klassische, sagen wir mal konservative Partei zu sein. Eine Partei mit konservativen Elementen, mit konservativen Säule, die aber vieles andere noch mit verbindet, um wirklich ein breites Angebot zu geben. Ich glaube, dass das schon ein sehr stabilisierender Faktor für eine Gesellschaft ist. Und natürlich ist das gilt das Gleiche, auch wenn jemand sich individuell mit christlichem Glauben auseinandersetzt und sich vielleicht auch dazu entscheidet, in einer Gemeinde oder in einer der Kirchen aktiv zu werden. Und es ist ein Spiegel für unsere Gesellschaft in der Mitte unserer Gesellschaft, weil genau diese Bandbreite, die du gerade beschrieben hast, da ja natürlich abgebildet wird. Das ist richtig. Und man muss ganz klar sagen, je weiter man an die politischen Ränder geht, desto weniger können diese politischen Kräfte mit Kirche anfangen. Genau. Und das sieht man gerade bei den Linken sehr deutlich, dass das Thema Antisemitismus dann nicht mehr ordentlich in dieser Partei gespielt werden kann, dass die sich damit auseinandersetzen müssen, diese Problematik haben wir nicht. Das ist richtig. Also bei den Linken ist das Thema auch auch natürlich bei der AfD, aber vor allen Dingen das Thema Antisemitismus. Nicht nur in der Partei Die Linke, sondern auch in der gesellschaftlichen Linken insgesamt ist wirklich also ein sehr, sehr ein sehr ernste Gefahr, weil immer sofort reflexhaft Israel etwas vorgeworfen wird. Unter dem Deckmantel des Antizionismus bedient man antisemitische Klischees und das ist nicht gut. Ich fand das so spannend, als die Linken da am Kornwitzer Kreuz ihre Demonstrationen gemacht haben, die eine linke Gruppe gegen die andere linke Gruppe. Es ist nichts passiert. Das ist schön. Da können wir uns darüber freuen. Ich habe so dieses Bild im Kopf. In der Mitte stand das Connewitzer Kreuz und hat sie auseinandergehalten. Das ist fast. Das ist eigentlich ein sehr schönes Bild und damit, finde ich, kann man auch gut enden. Lieber Carsten, danke erstmal für das Gespräch, für die Eindrücke Und dann wünsche ich natürlich ein frohes und gesegnetes Osterfest. Ja, gleichfalls. Dankeschön.

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